Wittlaer zeichnet sich durch seine idyllische Rheinlage und die historische Atmosphäre aus und ist bis heute sehr ländlich geprägt. Mit rund 8.100 Bewohnern (Stand 31.12.2022) ist Wittlaer ein beliebter und bevorzugter Wohnvorort Düsseldorfs.
Ortsgeschichte
Die Geschichte Wittlaers, das sich am Ostufer des Niederrheins erstreckt und zu den größten geschlossenen rechtsrheinischen Grünzonen zählt, reicht weit zurück — eine erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1144: In einer Urkunde werden dem Frauenstift St. Peter in Vilich bei Bonn durch den ersten Stauferkönig Konrad III. (1093-1152) Rechte und Besitztümer in Wizelare bestätigt. Territorial gehörte Wittlaer bereits vor 1225 zum Besitz der Grafen bzw. späteren Herzöge von Berg im bergischen Amt Angermund, welches die nördliche Grenze des Bergischen Territoriums zur Grafschaft Kleve hin markierte.
Kalkum, bis 1930 Calcum geschrieben, ist ebenfalls einer der ältesten Orte auf Düsseldorfer Stadtgebiet. Der früheste erhaltene urkundliche Verweis datiert auf das Jahr 947: Kaiser Otto der Große bestätigte gegenüber dem Kloster Gandersheim Rechte und Besitzungen auch in Villis Cruht et Kalecheim. Bis 1930 war Kalkum eine selbstständige Gemeinde in der Bürgermeisterei bzw. im Amt Kaiserswerth. 1930 verlor Kalkum die verwaltungsrechtliche Eigenständigkeit und es erfolgte die Zusammenlegung der Orte Bockum, Wittlaer, Kalkum mit Zeppenheim, Einbrungen und Froschenteich zur neuen Landgemeinde Wittlaer innerhalb des Amtes Angerland.
Kommunale Neugliederung
Als Mitte der 1960er Jahre die Gerüchte um eine erneute Gebietsreform in weiten Teilen des Landes NRW zur Gewissheit wurden, waren die Bürgerinnen und Bürger Wittlaers wenig erfreut. Die gewachsenen Strukturen innerhalb des Amtes Angerland, das mit Blick auf die Verwaltung kurze Wege erlaubte, aufgeben zu müssen und womöglich ein fremdbestimmtes „Großstadt-Anhängsel“ zu werden, schien wenig erstrebenswert. Zudem war Wittlaer finanziell und wirtschaftlich gut aufgestellt und man hatte kein Interesse daran, „den üppigen Kassenbestand (…) im Haushalt der Stadt Düsseldorf versickern zu lassen“ (B. Bauer, Jahrbuch Wittlaer 2025, S. 12). Die Idee, eine Großgemeinde Angerland zu bilden, fiel hier also auf sehr fruchtbaren Boden. Dazu kam es zum Bedauern aller jedoch nicht. Im August 1974 einigte sich Wittlaer schließlich mit Düsseldorf über einen Gebietsänderungsvertrag, der als § 10 des „Düsseldorf-Gesetzes“ am 10. September 1974 im Landtag verabschiedet wurde. Zum 1. Januar 1975 erfolgte offiziell die Eingemeindung von Wittlaer mit Kalkum und Bockum nach Düsseldorf.



