Magnus Heimannsberg

* 15. August 1881 in Neviges, + 10. Mai 1962 in Bad Driburg

Magnus Heimannsberg stammte aus Neviges und war das zweite von fünf Kindern des Nevigeser Bäckermeisters Josef Heimannsberg.

Schule, Ausbildung, Militärdienst, Familie

Von 1887 bis 1895 besuchte Magnus Heimannsberg die Volksschule in Neviges und machte anschließend von 1895 bis 1899 eine Bäckerlehre im väterlichen Betrieb. Ab dem 4. Oktober 1899 diente er als Freiwilliger beim 1. Garde-Ulan-Regiment in Potsdam. 1907 wurde er als Unteroffizier nach einem Dienstunfall entlassen.

1907 verpflichtete sich Heimannsberg als Polizeibeamter in Essen. 1908 trat er in den kommunalen Polizeidienst der Stadt Neviges als „Polizeianwärter“ ein, um seinen neuen Beruf von der „Pike“ auf zu erlernen. Er verblieb ein Jahr als Praktikant in seiner Heimatstadt , bis er zur weiteren Schulung nach Recklinghausen versetzt wurde. Nach der Ausbildung versah er seinen Polizeidienst in Mülheim an der Ruhr. 1910 wurde er zum Leiter der Polizei-Station Mülheim an der Ruhr ernannt und 1911 zum Polizeikommissar befördert.

1910 heiratete er Maria Adelheid Reinike aus Neviges. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Karriere in der Weimarer Republik

In der innenpolitisch angespannten Lage nach dem Ersten Weltkrieg ernannte die Preußische Regierung Heimannsberg bereits am 20. Juni 1921 zum Polizei-Major, es erfolgte eine Versetzung zur Polizeischule nach Münster mit gleichzeitiger Abordnung in die Organisationsabteilung im Preußischen Ministerium des Inneren. Heimannsberg engagierte sich im sozialpolitischen Bereich für die Beamtenvertretung und wurde in den geschäftsführenden Vorstand des „Verbandes der Polizeibeamten Preußens“ gewählt.

Nach einer kurzen Dienstzeit als Leiter der Schutzpolizei in Recklinghausen und einer weiteren einjährigen Tätigkeit im preußischen Innenministerium wurde er 1922 zum Kommandeur der Schutzpolizei in Potsdam ernannt. 1924 erfolgte die Versetzung nach Berlin, wo er am 1. Oktober 1927 zum Kommandeur der Schutzpolizei mit 800 Offizieren und 14.000 Schutzpolizeibeamten berufen wurde.

In der  folgenden Zeit der Weimarer Republik verschärften sich die politischen Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Es kam mit dem „Schwarzen Freitag“ am 25. Oktober 1929 zum Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystems und zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. In der Folge der Destabilisierung des öffentlichen Lebens wurden der Polizeipräsident von Berlin und sein Kommandeur der Schutzpolizei Heimannsberg in den Parteienkampf einbezogen.

Auf dem Höhepunkt der unüberschaubaren Sicherheitslage in Berlin enthob die Reichsregierung  unter Reichskanzler Franz von Papen die geschäftsführende preußische Regierung unter dem Ministerpräsidenten Otto Braun (sog. Preußenschlag). Auch die Repräsentanten der Berliner Polizei, der Polizeipräsident, sein Vertreter und auch Heimannsberg wurden in diesem Zusammenhang ihrer Ämter enthoben und verhaftet.

Magnus Heimannsberg wurde am 31. Dezember 1932 aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in den Ruhestand versetzt.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

In der Zeit vom 25. Januar bis 8. März 1933 wurde Heimannsberg 1. Vorsitzender des „Verbandes Preußischer Polizeibeamten e. V.“. Danach stellte er seine Ämter zur Verfügung. In der Folgezeit wurde er mehrfach verhaftet, unter anderem auch im Zusammenhang mit dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Im Februar 1945 flüchtete Heimannsberg aus Berlin nach Limburg.

Nachkriegszeit

Von den amerikanischen Besatzungstruppen erkannt, übernahm er in der Zeit vom 27. Juni 1945 bis 31. März 1948 das Amt des Polizeipräsidenten in Wiesbaden. Gleichzeitig wurde er mit Gründung des Landes Groß-Hessen am 19. September 1945 zum Chef der Landespolizei ernannt.

Nachdem Magnus Heimannsberg am 13. September 1952 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden war, zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück und verstarb am 10. Mai 1962 in Bad Driburg, Beerdigt wurde er auf dem katholischen Friedhof seiner Heimatstadt Neviges.

Zusammenfassung

Inhalt

Einordnung

Epoche(n):

  • 1870/71 - 1918
  • 1918 - 1933
  • 1933 - 1945
  • 1945 - 1974

Stadt (heutige Zuordnung):
Velbert

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Quellen / Literatur

  • Henri Schmidt, Ein Nevigeser in Berlin, Velbert 2013

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					Henri Schmidt, Magnus Heimannsberg, in: Kreislexikon Mettmann, abgerufen unter: https://kreislexikon-mettmann.de/personen/oeffentliches-leben/magnus-heimannsberg/ (abgerufen am 21.01.2026)
				
			
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