Hochdahl

Hochdahl (bis 1938 Millrath) ist der größte Stadtteil im Osten der Stadt Erkrath.

 

Ortsgeschichte

Hochdahl war, im Gegensatz zu Erkrath, kein Dorf, sondern lediglich eine Ansammlung weniger Höfe, die bis 1938 unter dem Namen „Millrath“ geführt wurden. Sie waren dem Kirchspiel Erkrath zugehörig und dem Haus Unterbach abgabepflichtig. Die Verwaltung von Millrath oblag bis 1806 dem Amt Mettmann, dann bis 1894 der Bürgermeisterei Haan und danach der Bürgermeisterei, später Amt Gruiten.

 

Namemsbedeutung

Der Erkrather Ortsteil „Hochdahl“ hat seinen Namen von einem Hof übernommen, der in einem Schlickumer Zinsverzeichnis 1392 als „Ym Dale“ und 1416 „Uf dem Dahl“ genannt wurde. Die Gemeinde führt diesen Namen allerdings erst seit 1938, nachdem der ursprünglich zu Erkrath gehörende Teil 1930 eingemeindet worden war. Bis dahin hieß sie „Millrath“. Dieser Name „Milroyde“ wurde erstmals 1218 urkundlich genannt und bedeutet so viel wie „Rodung des Milo“. Die Geschichte Millraths ist mit dem Hof „Schlickum“, der urkundlich 1050 erwähnt wird und somit ältester Siedlungspunkt Hochdahls ist, eng verbunden.

 

Städtebauliche Maßnahmen in den 1960er Jahren

Im Ortsteil Hochdahl, das heute mit fast 30.000 Einwohnern der größte Siedlungsschwerpunkt der Stadt Erkrath ist, wurde ab Anfang der 1960er Jahre eines der größten städtebaulichen Vorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen der Nachkriegszeit umgesetzt. Zu diesem Zweck wurde auf Initiative des Landes von der ehemaligen Gemeinde Hochdahl, dem Kreis Mettmann sowie weiteren Gesellschaftern die Entwicklungsgesellschaft Hochdahl gegründet. Ihr oblag neben der städtebaulichen Planung und der Erschließung von Bauflächen der gesamte Grundstücksverkehr mit Bauträgerinnen und Bauträgern, Bauherren und Gewerbetreibenden. Erste städtebauliche Konzeptionen wurden von dem Stadtplaner Prof. Aloys Machtemes entwickelt und später durch das Büro Kuhn, Boskamp und Partner veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seit dem 1. Januar 1992 ist die Stadt Erkrath Alleingesellschafterin.

 

Eingemeindung nach Erkrath

Im Zuge der kommunalen Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der die Amtsverwaltungen abgeschafft wurden und viele Gemeinden ihre Selbstständigkeit verloren, wurden Hochdahl und Erkrath mit kleineren Teilen der Gemeinden Hilden und Haan mit Wirkung zum 1. Januar 1975 zur neuen Stadt Erkrath zusammengeschlossen. Obwohl Erkrath weniger Einwohner als das durch die großen Bauprojekte der 1960er Jahre stark gewachsene Hochdahl hatte, war Erkrath aufgrund seiner Stadtrechte Namensgeberin der Gemeinde.

Eigentlich sollten Hochdahl und Erkrath in die Landeshauptstadt Düsseldorf eingemeindet werden. Die Gemeinden wehrten sich jedoch vehement gegen das Vorhaben.

 

Bürgermeister der Gemeinde Hochdahl

  • 1924 – 1937: August Pohl
  • 1937 – 1945: Friedrich Eickenscheidt
  • 1945 – 1946: Adolf Kölsch
  • 1946 – 1948: Karl Weber
  • 1948 – 1949: Josef Weber
  • 1949 – 1952: Fritz Hahn
  • 1952 – 1956: Karl Weber
  • 1956 – 1961: Fritz Hahn
  • 1961 – 1969: Johann Schlebusch
  • 1969 – 1974: Dieter Tünnemann

 

Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinde Hochdahl
Wappen der ehemals selbstständigen Gemeinde Hochdah

Zusammenfassung

Inhalt

Einordnung

Epoche(n):

  • 1933 - 1945
  • 1945 - 1974
  • ab 1975

Stadt (heutige Zuordnung):
Erkrath

Zugeordnete Kategorien

Quellen / Literatur

  • Stadt Erkrath (Hrsg.): Hochdahl, Erkrath 1989.
  • Horst Wangerin: Von Milroyde zu neuen Stadt Hochdahl, o. O. 2004.
  • Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Mönchengladbach/Düsseldorf/Wuppertal (Düsseldorf-Gesetz) vom 10. September 1974, GV NW 1974, S. 890.
  • Hans Seeling: Die Eisenhütte Hochdahl 1847-1912, Wuppertal 1968 (= Niederbergische Beiträge, Bd. 14)
  • Die neue Stadt Hochdahl. Eine moderne, junge Stadt, hrsg. von der Entwicklungsgesellschaft Hochdahl mbH, Düsseldorf 1971
  • Hans Seeling: Zur Geschichte der Hochdahler Hütte und ihrer Gründer, in: Düsseldorfer Jahrbuch 55 (1975), S. 108-130
  • Meinhard Sucker: Die Seilzuganlage in Hochdahl. Ein Beitrag zur deutschen Eisenbahngeschichte, 1988
  • Neue Stadt Hochdahl. 25 Jahre Entwicklung - Erfahrungsberichte, hrsg. von der Entwicklungsgesellschaft Hochdahl mbH
  • Ulla Backhaus, Hochdahl in der Zeit des Nationalsozialismus, Erkrath 2010 (= Erkrather Monografien zur Stadtgeschichte, Bd. 3)
  • Die Steilstrecke Erkrath-Hochdahl, hrsg. vom Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl e. V., Hochdahl 2016

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Artikels die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an:

				
					Andrea Niewerth, Hochdahl, in: Kreislexikon Mettmann, abgerufen unter: https://kreislexikon-mettmann.de/orte/gemeinden/hochdahl/ (abgerufen am 29.02.2024)
				
			
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